Besondere Möglichkeiten im Programmteil Expeditionen
Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland e.V.
Textnummer: 669000
Erstellt am 2009/04/14, zuletzt geändert am 2009/04/14
Der dritte Abschnitt des Handbuchkapitels zum Programmteil Expeditionen befasst sich mit den „Sonderoptionen“ Erkundungen, besondere Naturunternehmungen, Unternehmungen in Wildnisgebieten, offene Goldunternehmungen, Expeditionen im Ausland und Expeditionsveranstaltungen.
Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland e.V.
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Der dritte Abschnitt des Handbuchkapitels zum Programmteil Expeditionen befasst sich mit den „Sonderoptionen“ Erkundungen, besondere Naturunternehmungen, Unternehmungen in Wildnisgebieten, offene Goldunternehmungen, Expeditionen im Ausland und Expeditionsveranstaltungen.
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Übersicht
Außer der „normalen“ Expedition gibt es noch zwei weitere Formen:
Erkundungen (ab der Silberstufe);
Besondere Naturunternehmungen (für junge Erwachsene auf der Goldstufe).
Einen besonderen Rahmen für Unternehmungen in diesem Programmteil bieten:
Unternehmungen in Wildnisgebieten (auf der Goldstufe vorgeschrieben);
Offene Goldunternehmungen (für unabhängige Teilnehmer – ebenfalls in Wildnisgebieten);
Expeditionen im Ausland (auf der Goldstufe in Wildnisgebieten);
Expeditionsveranstaltungen (Gruppen mehrerer Programmanbieter sind im gleichen Gebiet gleichzeitig unterwegs).
Besondere Naturunternehmungen und alle Unternehmungen mit besonderem Rahmen sind im Koordinationsbüro mit dem entsprechenden Formular und den erforderlichen Unterlagen rechtzeitig anzumelden.
Erkundungen
Auf der Silber- und Goldstufe wird das Konzept der Expedition erweitert durch die zusätzliche Option einer Erkundung. Diese ermöglicht es den Teilnehmern, durch eine Verringerung des Tourenelements den Entdeckungsaspekt der Unternehmung stärker zu betonen. Beide Arten von Unternehmungen müssen beide Elemente umfassen, sie tun dies aber mit unterschiedlicher Gewichtung.
Bedingungen und Kriterien sind:
Alle Erkundungen müssen unter Expeditionsbedingungen stattfinden und mindestens zehn Stunden Zeitaufwand für die Fortbewegung beinhalten. Alle Fortbewegungsarten, die es für Expeditionen gibt, können auch bei Erkundungen eingesetzt werden.
Die Teilnehmer haben die gleiche Vorbereitung und Ausbildung einschließlich Probeunternehmungen wie für eine Silber- oder Goldexpedition zu absolvieren. Für Expeditionen und Erkundungen gelten die gleichen Anforderungen und Bedingungen außer zu Entfernungen oder Reisezeiten.
Wenn es für die Erkundung notwendig ist, kann dasselbe Biwak auch mehrmals benutzt werden. Die Umgebung der Unternehmung einschließlich der Biwakplätze sollte in hinreichender Entfernung von Siedlungsgebieten liegen, damit die Gruppe wirklich das Gefühl hat, auf sich selbst gestellt zu sein.
Es ist hilfreich, gleich zu Beginn jemanden zu finden, der im gewählten Interessengebiet sachkundig und erfahren ist und sich bereit erklärt, die Gruppe bei ihren Untersuchungen zu unterstützen. Die betreffende Person sollte die Funktionen eines Beraters, Anleiters und Freundes in sich vereinen und dabei mithelfen, aus der Unternehmung das Beste zu machen.
Weitere Informationen zu Erkundungen gibt es im Online-Handbuch bzw. der Leitermappe sowie im Expeditionsführer.
Besondere Naturunternehmungen
Besondere Naturunternehmungen sind eine Variante des Programmteils Expeditionen, die ausschließlich jungen Erwachsenen auf der Goldstufe vorbehalten sind. Sie sind mindestens genauso anspruchsvoll wie normale Expeditionen oder Erkundungen auf dieser Stufe, weichen aber von einzelnen Bedingungen ab. Sie bieten den Teilnehmern noch weit größeren Raum für Phantasie und Unternehmungsgeist für ihre Unternehmung.
Trotz dieses Spielraums müssen auch Besondere Naturunternehmungen Geist und Prinzipien des Programmteils Expeditionen entsprechen. Auch hier handelt es sich um Touren, die von Erwachsenen nicht begleitet werden, die die Teilnehmer selbst planen und vorbereiten, bei denen die Gruppen völlig auf sich gestellt
Alle Unternehmungen müssen vom Koordinationsbüro genehmigt werden. Der entsprechende Antrag muss mit den vorgeschriebenen Anlagen von den Teilnehmern über den Programmanbieter spätestens zwölf Wochen vor Beginn der Unternehmung eingereicht werden. Geprüft wird dabei lediglich, ob das Vorhaben die Voraussetzungen für eine Expedition auf der Goldstufe erfüllt.
Der Trägerverein übernimmt keine Verantwortung dafür, ob sich das Vorhaben für die Teilnehmer eignet, für die notwendige Sicherheit gesorgt ist oder Ausrüstung, Ausbildung oder Notfallmaßnahmen den Erfordernissen entsprechen. Die gesamte rechtliche Verantwortung bleibt beim Programmanbieter.
Die Teilnehmer sollten sich vor der Antragstellung ausführlich mit dem entsprechenden Kapitel im Expeditionsführer beschäftigen und die dortigen Empfehlungen beherzigen.
Unternehmungen in Wildnisgebieten
Wildnisgebiete sind vom Trägerverein festgelegte Gegenden abseits der Wohngebiete, in denen alle Unternehmungen aus Sicherheitsgründen völlig eigenständig sein müssen. Die speziellen Vorgaben für Unternehmungen in dieser Umgebung gelten für alle Programmstufen.
Routenplanung
Es sollte eher „durch die Wildnisgebiete hindurch“ als „über die Wildnisgebiete hinweg“ gewandert werden, d.h. es geht um Abgeschiedenheit und nicht um Höhe.
Gutachter
Zum Einsatz kommen ausschließlich vom Trägerverein zertifizierte Gutacher in Wildnisgebieten. Diese verfügen über fundierte Ortskenntnisse in diesen Gebieten und können Gruppen, die eine Unternehmung in dem betreffenden Gebiet planen, beraten.
Anmeldung
Mindestens sechs Wochen vor einer unbegleiteten Probeunternehmung oder einer Abschlussunternehmung muss diese mit dem Anmeldeformular für Expeditionen in Wildnisgebieten und den vorgeschriebenen Unterlagen zur Detailplanung beim Koordinationsbüro angemeldet werden.
Das Meldesystem hilft beim Auftreten von Problemen im Wildnisgebiet. Die Gruppe muss sich unabhängig davon selbst um alle Berechtigungen (Privatgelände, Biwakplätze etc.) kümmern; Informationen über mögliche Probleme werden an die Gruppe weitergegeben. Der Trägerverein übernimmt keinerlei Verantwortung für die Sicherheit der Teilnehmer. Die Eignung der vorgeschlagenen Route für die Teilnehmer hängt von deren Erfahrung, Ausbildung, Ausrüstung, Fitness sowie den Wetterbedingungen ab. Die Verantwortung des Programmanbieters und der Aufsichtsperson für die Sicherheit der Teilnehmer bleibt von der Genehmigung der Route unberührt.
Weitere Hinweise zur Anmeldung enthalten Online-Handbuch bzw. Leitermappe.
Eingewöhnung
Um sich an das Gebiet anzupassen, sich auf das Lagerleben einzustellen und sich auf die Unternehmung vorzubereiten, sollten sich die Teilnehmer schon mindestens 48 Stunden vor dem Beginn der Unternehmung im Wildnisgebiet aufhalten. Die Gruppe muss mindestens am Tag vor der Unternehmung anreisen, um so das Ersttreffen mit Aufsichtsperson und Gutachter zu ermöglichen. Falls gezeltet wird, sollte der Lagerplatz nicht als ein Biwakplatz während der Expedition verwendet werden.
Offene Goldunternehmungen
Offene Goldunternehmungen sind besonders anspruchsvolle Expeditionsveranstaltungen von Programmanbietern mit entsprechenden Erfahrungen sowie personellen und sachlichen Ressourcen. Sie richten sich an unabhängige oder unorganisierte Teilnehmer auf der Goldstufe, die für ihre Abschlussunternehmung keine passende Gruppe bilden können.
Offene Goldunternehmungen dauern mindestens sechs Tage. Das Programm beinhaltet Eingewöhnung, Teambildung, Routenplanung und die Abschlussunternehmung. Ausbildung und Probetouren müssen bereits vorher stattgefunden haben und im Begleitheft nachgewiesen sein.
Expeditionen im Ausland
Expeditionen im Ausland sind für Teilnehmer und Aufsichtspersonen eine besondere Herausforderung und können ganz neue Chancen und Möglichkeiten bieten. Andererseits ist es aber auch besonders schwer, sicherzustellen, dass die Expedition „Eigentum der Teilnehmer“ bleibt. Planung und Vorbereitung sind deshalb besonders aufwendig und müssen entsprechend frühzeitig begonnen werden.
Expeditionen im Ausland sind mit dem entsprechenden Formular und den vorgeschriebenen Unterlagen spätestens zwölf Wochen vor Beginn beim Koordinationsbüro anzumelden.
Expeditionsveranstaltungen
Expeditionsveranstaltungen bieten den Rahmen für Expeditionsgruppen mehrerer Programmanbieter. Mit ihnen sollen u.a. eine besonders gute Gelegenheit für Expeditionen bereitgestellt und Ressourcen optimal genutzt werden.
Dabei ist sicherzustellen, dass
die Planungs- und Entscheidungshoheit bei den Gruppen bleibt;
das Gebiet groß genug ist sowie genügend Wege und Plätze bietet, damit jede Gruppe unabhängig Routen und Biwaks planen kann und unterwegs und am Lagerplatz allein und ungestört ist;
über die Aufsichtsperson die Verantwortung jedes Programmanbieters für Sicherheit und Wohlergehen seiner Gruppen gewährleistet ist;
ein ausrichtender Programmanbieter die Verantwortung für die Qualität der Veranstaltung übernimmt.
Die Meldung beim Koordinationsbüro muss mindestens zwölf Wochen vorab mit dem dafür vorgesehenen Formular durch den ausrichtenden Programmanbieter erfolgen.



